Energie & Technik
AC-Kopplung
Anbindungsart eines Batteriespeichers an eine PV-Anlage über das Wechselstromnetz. Geeignet für nachträgliche Speichernachrüstung bei bestehenden PV-Anlagen. Etwas weniger effizient als DC-Kopplung wegen mehrfacher Stromumwandlung.
Ausdehnungsgefäß
Druckausgleichsbehälter im Solarkreis der Solarthermie-Anlage. Nimmt die Volumenausdehnung der Solarflüssigkeit bei Erwärmung auf und hält den Systemdruck konstant. Verhindert Druckspitzen die die Anlage beschädigen könnten.
Blower-Door-Test
Messung zur Überprüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes.
BMS
Battery Management System. Steuerungssystem eines Batteriespeichers, das Ladezustand, Temperatur und Zellspannungen überwacht. Schützt den Akku vor Überladung, Tiefentladung und Überhitzung. Ein hochwertiges BMS verlängert die Lebensdauer des Speichers erheblich.
DC-Kopplung
Anbindungsart eines Batteriespeichers an eine PV-Anlage direkt über die Gleichstromseite. Effizienter als AC-Kopplung, da weniger Umwandlungsverluste entstehen. Besonders sinnvoll wenn PV und Speicher gleichzeitig installiert werden.
Einspeiseleistung
Maximale elektrische Leistung, die eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk ins öffentliche Stromnetz einspeisen darf. Für Balkonkraftwerke gilt in Deutschland aktuell eine Grenze von 800 Watt.
Einspeisevergütung
Vergütung für selbst erzeugten Solarstrom, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Die Höhe wird bei Inbetriebnahme für 20 Jahre festgelegt. Da die Vergütung deutlich unter dem Haushaltsstrompreis liegt, ist Eigenverbrauch wirtschaftlich sinnvoller als Einspeisung.
Einspeisezähler
Bidirektionaler Stromzähler der sowohl den Verbrauch aus dem Netz als auch die Einspeisung ins Netz misst. Wird bei PV-Anlagen vom Netzbetreiber gestellt und tauscht den alten Einfachzähler aus. Die Lieferung dauert 4–8 Wochen.
Heizlast
Wärmemenge, die ein Gebäude bei tiefsten Außentemperaturen benötigt.
Heizlastberechnung
Berechnung nach DIN EN 12831, die den maximalen Wärmebedarf eines Gebäudes bei tiefsten Außentemperaturen ermittelt. Das Ergebnis bestimmt die notwendige Heizleistung und damit die richtige Größe der Wärmepumpe. Pflicht vor der Wärmepumpenplanung, verhindert Über- oder Unterdimensionierung.
Hydraulischer Abgleich
Einregulierung des Heizungssystems, bei dem alle Heizkörper oder Fußbodenheizungskreise exakt mit der richtigen Wassermenge versorgt werden. Verfahren B ist die detailliertere, förderpflichtige Variante bei Wärmepumpen. Ohne Abgleich arbeiten Wärmepumpen ineffizient und verbrauchen mehr Strom.
Hydraulischer Abgleich
Verfahren, das Heizungswasser optimal im Haus verteilt und so Energie spart.
JAZ
Jahresarbeitszahl. Effizienzkenngröße einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. JAZ 3,5 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme erzeugt. Je höher der Wert, desto effizienter die Anlage. Für die KfW-Förderung (BEG EG) gilt: JAZ ≥ 2,5.
Kältemittel
Betriebsflüssigkeit in Wärmepumpen und Klimaanlagen, die durch Verdampfen und Kondensieren Wärme transportiert. Das Kältemittel aus Altanlagen darf ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben entsorgt werden. Illegale Entsorgung ist strafbar.
kWh (Kilowattstunde)
Maßeinheit für Energieverbrauch, wird bei Strom und Heizung verwendet.
kWp (Kilowatt-Peak)
Maßeinheit für die elektrische Nennleistung von PV-Anlagen unter Standardtestbedingungen. Ein kWp entspricht 1.000 W Spitzenleistung. Faustregel: 1 kWp benötigt ca. 6–8 m² Dachfläche und erzeugt ca. 900–1.100 kWh Strom pro Jahr.
Luftdichtheit
Gibt an, wie gut ein Haus gegen ungewollten Luftaustausch abgedichtet ist. Wichtig für die Energieeffizienz.
MaStR
Marktstammdatenregister. Pflichtregister der Bundesnetzagentur für alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland. PV-Anlagen und Balkonspeicher müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme unter www.marktstammdatenregister.de registriert werden.
Netzbetreiber (VNB)
Verteilnetzbetreiber, der für den Betrieb des lokalen Stromnetzes zuständig ist. PV-Anlagen und Batteriespeicher müssen vor Inbetriebnahme beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Er stellt auch den Zweirichtungszähler für die Einspeisung bereit.
P50-Wert (PV-Ertragsprognose)
Ertragsprognose für eine PV-Anlage mit 50 % statistischer Eintrittswahrscheinlichkeit: in 50 % aller Jahre wird dieser Ertrag erreicht oder überschritten. Wird vom Installateur als Planungsgrundlage verwendet. Den P50-Wert immer im Angebot verlangen.
Photovoltaik
Technik zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie, meist auf dem Dach installiert.
Pufferspeicher
Warmwasserspeicher der die von Solarthermie-Kollektoren erzeugte Wärme zwischenspeichert. Das warme Wasser steht dann auch zur Verfügung, wenn keine Sonne scheint. Typische Größe für ein Einfamilienhaus: 300–500 Liter.
sd-Wert (Dampfdiffusionswiderstand)
Kennwert der Dampfbremse: gibt an, wie dick eine Luftschicht sein müsste um denselben Dampfdiffusionswiderstand zu haben. Je höher der sd-Wert, desto weniger Wasserdampf dringt durch die Schicht. Dampfbremsen: sd 0,5–25 m, Dampfsperren: sd über 1.500 m.
Smart Meter
Intelligenter Stromzähler mit digitaler Auslesung und Verbrauchsanalyse.
Smart Meter Gateway
Kommunikationseinheit des intelligenten Messsystems, die Verbrauchsdaten sicher an den Netzbetreiber übermittelt. Ab 7 kW Nennleistung ist bei Wärmepumpen der Einbau gesetzlich vorgeschrieben.
Solarflüssigkeit
Frostschutzgemisch aus Wasser und Glykol das im Solarkreis der Solarthermie-Anlage zirkuliert und die Wärme von den Kollektoren zum Pufferspeicher transportiert. Schützt die Anlage vor Einfrieren bis ca. -28 °C.
SOLARKEYMARK
Europäisches Gütezeichen für Solarthermie-Kollektoren, das Leistung und Qualität nach anerkannten Normen zertifiziert. Das SOLARKEYMARK-Zertifikat ist Pflichtvoraussetzung für die BAFA-Förderung (BEG EM) bei Solarthermie-Anlagen.
Solarthermie
Nutzt Sonnenwärme zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient: Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.
Ud-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient speziell für Türen (d = door). Gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch die gesamte Tür verloren geht. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Für BAFA-Förderung gilt: Ud ≤ 1,3 W/(m²K).
Uw-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient speziell für Fenster (w = window). Gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch das gesamte Fenster (Glas und Rahmen) verloren geht. Je kleiner der Wert, desto besser die Wärmedämmung. Für BAFA-Förderung gilt: Uw ≤ 1,3 W/(m²K).
Verfahren B (Hydraulischer Abgleich)
Detaillierte Methode des hydraulischen Abgleichs nach VDI 2021. Erfordert eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 für jeden Raum. Genauer als Verfahren A und Pflicht für die Förderung von Wärmepumpen im Rahmen des BEG EG.
Wärmepumpe
Heizsystem, das Umweltwärme nutzt. Besonders effizient bei guter Dämmung.
Wechselrichter
Gerät das den von PV-Modulen erzeugten Gleichstrom (DC) in nutzbaren Wechselstrom (AC) umwandelt. Zentrale Komponente jeder PV-Anlage. Moderne Wechselrichter haben eine integrierte Monitoring-Funktion, die den Ertrag in Echtzeit anzeigt.
Wieland-Stecker
VDE-konformer Stecker für den Netzanschluss von Balkonkraftwerken. Sicherer als herkömmliche Schuko-Stecker, da spannungsführende Teile nicht berührt werden können. Seit 2024 empfohlener Standard für Balkonkraftwerke in Deutschland.
WLG
Wärmeleitgruppe. Klassifizierung der Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen. Je kleiner die Zahl, desto besser die Dämmwirkung. Beispiel: WLG 035 dämmt besser als WLG 040. Die WLG bestimmt die notwendige Dämmstärke um den gewünschten U-Wert zu erreichen.
