Handwerk & Bau
Armierungsgewebe
Glasfasergewebe das in den Armierungsputz des WDVS eingebettet wird. Es verhindert Risse im Putzaufbau und verleiht dem System mechanische Stabilität. Mindestgewicht: 160 g/m², im Sockelbereich und an Ecken mindestens 300 g/m².
Aufsparrendämmung
Dämmung, die oberhalb der Dachbalken angebracht wird.
Balkenlage
Holzstruktur im Boden oder Dachbereich eines Gebäudes.
Belegreife
Zustand des Estrichs, bei dem der Feuchtegehalt so weit abgesunken ist, dass ein Bodenbelag verlegt werden darf. Zementestrich: ≤ 2,0 CM-%, Anhydritestrich: ≤ 0,5 CM-%. Wird mit dem CM-Gerät gemessen, nicht nur durch Abzählen der Trocknungszeit.
Bleileitungen
Trinkwasserleitungen aus Blei, die in Gebäuden vor ca. 1970 häufig verbaut wurden. Blei löst sich im Trinkwasser und ist gesundheitsschädlich. Nach Trinkwasserverordnung müssen Bleileitungen ausgetauscht werden.
CM-Gerät (Calciumcarbid-Messung)
Messgerät zur genauen Bestimmung des Feuchtegehalts im Estrich. Eine Estrichprobe wird mit Calciumcarbid in einem Druckbehälter vermischt, das entstehende Gas zeigt den Feuchtegehalt an. Zuverlässiger als reine Trocknungszeit-Abschätzung und Pflicht bei hochwertigen Bodenbelägen.
Dämmung
Material zur Reduktion von Wärmeverlusten, z. B. Mineralwolle oder Styropor.
Dampfbremse
Bauteilschicht, die Feuchtigkeitsdurchgang in Bauteilen kontrolliert.
Druckprüfung
Dichtigkeitsprüfung von Rohrleitungen nach dem Einbau. Das System wird mit Wasser oder Luft auf einen definierten Überdruck gebracht und beobachtet. Kein Druckabfall bedeutet dicht. Das Ergebnis wird schriftlich protokolliert. Pflicht nach Trinkwasser- und Heizungsinstallationen.
E-Check
Prüfung der elektrischen Anlage durch einen zugelassenen Elektrofachbetrieb nach DIN VDE 0100 Teil 600. Deckt veraltete oder normwidrige Installationen auf und endet mit einem Prüfprotokoll. Empfohlen alle 4 Jahre, Pflicht vor größeren Elektrosanierungen.
Estrich
Ausgleichsschicht auf dem Rohboden, die als Grundlage für Bodenbeläge dient.
FI-Schutzschalter
Fehlerstromschutzschalter, der Stromkreise bei gefährlichen Fehlerströmen sofort abschaltet und vor elektrischem Schlag schützt. Pflicht in Feuchträumen (Bad, Außensteckdosen) und bei allen neuen Elektroinstallationen. Kann mit der Prüftaste regelmäßig selbst getestet werden.
Flachdach
Dachform mit geringer Neigung, die besondere Anforderungen an die Abdichtung stellt.
Folienverklebung
Abdichtungsfolie die beim Fenstereinbau den innenseitigen Anschluss zwischen Fensterrahmen und Laibung luftdicht verklebt. Teil der dreilagigen RAL-Montage (innen: Folie, Mitte: Dämmung, außen: Kompriband). Schützt vor Zugluft und Schimmelbildung an den Anschlüssen.
GK-Platte (Gipskartonplatte)
Standardplatte im Trockenbau aus einem Gipskern mit beidseitiger Kartonbeschichtung. Wird zur Verkleidung von Laibungsdämmungen, Wänden und Decken verwendet. Varianten: normal (weiß), feuerschutzbeständig (rot) und feuchteraumgeeignet (grün).
Holzbock
Holzschädlinge die Dachstuhlholz befallen. Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) ist der gefährlichste Schädling im Dachstuhl. Anzeichen: Fraßgänge und Mehlstaub an Balken. Bei Befall zertifizierten Schädlingsbekämpfer hinzuziehen.
IP-Schutzklasse (IP44)
International normierter Schutzgrad für elektrische Betriebsmittel gegen Fremdkörper und Wasser. Die zwei Ziffern geben Schutz gegen Fremdkörper (erste Ziffer) und gegen Wasser (zweite Ziffer) an. IP44: geschützt gegen Fremdkörper größer als 1 mm und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Pflicht in Feuchträumen wie Bad, Küche und Außenbereich.
Kehlanschlüsse
Verbindungsstellen zwischen Dachfläche und aufragenden Bauteilen wie Kaminen, Gauben oder Dachfenstern. Besonders anfällig für Undichtigkeiten und häufige Ursache für Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl. Regelmäßig auf Dichtigkeit prüfen lassen.
Klopfprobe
Einfaches Prüfverfahren, bei dem eine Fläche (Putz, Fliesen, Estrich) mit den Knöcheln oder einem Hammer abgeklopft wird. Ein hohler Klang deutet darauf hin, dass sich das Material vom Untergrund gelöst hat. Diese Stellen müssen saniert werden, da sie sich weiter ablösen und schließlich abfallen können.
Kompriband
Vorkomprimiertes Dichtungsband aus Schaumstoff, das beim Einbau von Fenstern und Türen außen in den Anschluss eingesetzt wird. Es dehnt sich nach dem Einbau aus und dichtet den Spalt zwischen Rahmen und Mauerwerk schlagregendicht ab. Teil der dreilagigen RAL-Montage (außen: Kompriband, Mitte: Dämmung, innen: Dampfbremse).
Leckage
Undichtigkeitsstelle in einem Rohrleitungssystem. Äußert sich als Druckverlust im System, als Wasserfleck an Wand oder Decke oder als erhöhter Wasserverbrauch. Diagnose durch Druckprüfung eines SHK-Fachbetriebs.
Legionellenschutz
Maßnahmen zum Schutz vor Legionellenwachstum in Warmwasserleitungen und Speichern. Legionellen sind Bakterien die bei 25 bis 45 °C gedeihen und schwere Lungenentzündungen verursachen können. Warmwasser muss im Speicher mindestens 60 °C erreichen.
LS-Schalter (Leitungsschutzschalter)
Sicherung im Stromverteiler, die einen Stromkreis bei Überlastung oder Kurzschluss automatisch abschaltet. Schützt die Leitungen vor Überhitzung und Brandgefahr. In modernen Anlagen übernehmen oft kombinierte FI/LS-Schalter den Schutz der Leitungen und der Personen gleichzeitig.
Luftdichtigkeitsebene
Die innere Abdichtungsebene beim Fenster- oder Türanschluss. Verhindert, dass warme, feuchte Raumluft durch den Anschluss nach außen gelangt und dort kondensiert. Teil der dreilagigen RAL-Montage (außen: schlagregendicht, Mitte: gedämmt, innen: luftdicht).
Materialnachweis
Lieferschein oder Datenblatt das den eingesetzten Dämmstoff dokumentiert (Hersteller, Typ, WLG, Stärke). Der Energieberater braucht diesen Nachweis für die BnB. Ohne Materialnachweis kann die BAFA-Förderung nicht ausgezahlt werden.
NYM-J (Kabeltyp)
Standardkabeltyp für feste Elektroinstallationen in Gebäuden nach DIN VDE 0250. Das Kürzel steht für: N = Normleitung, Y = PVC-Isolierung, M = Mantelleitung, J = mit Schutzleiter (grün-gelb). Querschnitt und Adernzahl richten sich nach dem jeweiligen Stromkreis.
OG-Deckendämmung (Geschossdeckendämmung)
Dämmmethode bei der die Dämmung auf die oberste Geschossdecke gelegt wird, meist als begehbare oder nicht begehbare Plattendämmung. Die günstigste und einfachste der drei Dachdämm-Methoden, geeignet wenn das Dachgeschoss unbeheizt und unbewohnt ist (Kaltdach). Erreicht U-Werte von ≤ 0,24 W/(m²K).
OSB-Platte
Spanplatte mit hohem Stabilitätsgrad, häufig im Trockenbau eingesetzt.
Perimeterdämmung
Dämmung der Kelleraußenwand im Erdreich. XPS-Platten werden außen ans Mauerwerk geklebt und mit wasserabweisendem Material abgedeckt. Wirkungsvoller als die Kellerdeckendämmung von innen, da sie die gesamte Außenwand schützt. Aufwendiger durch notwendigen Erdaushub.
RAL-Montage
Montagestandard für Fenster und Türen nach RAL GZ 695. Der Anschluss zwischen Rahmen und Wand muss dreilagig ausgeführt sein: außen schlagregendicht, Mitte gedämmt, innen luftdicht. Fehlt diese Ausführung, entstehen Zugluft, Wärmeverluste und Schimmel an den Anschlüssen.
RC-Klasse (Resistance Class)
Einbruchschutzklasse für Fenster und Türen nach DIN EN 1627. RC 1 bietet einfachen Schutz gegen körperliche Gewalt, RC 2 schützt vor Einbruch mit einfachem Werkzeug (empfohlener Mindeststandard), RC 3 schützt vor erfahrenen Tätern mit Hebelwerkzeug. Höhere RC-Klassen für besondere Schutzbedürfnisse.
Rigips
Gipskartonplatte für Trockenbauwände und Deckenverkleidung.
Rissverpressung
Reparaturverfahren bei dem Risse im Mauerwerk oder Beton durch Einpressen von dünnflüssigem Kunstharz (Epoxidharz oder Polyurethan) geschlossen werden. Stellt die Tragfähigkeit wieder her und verhindert weiteres Eindringen von Feuchtigkeit.
Rolladenkasten
Gehäuse an der Außenwand oder im Sturz über dem Fenster, in dem der aufgerollte Rollladen verstaut wird. Häufige Wärme- und Luftbrücke wenn nicht gedämmt. Beim Fensteraustausch auf Dichtigkeit und Dämmung prüfen lassen.
Schimmel
Pilzbildung durch Feuchtigkeit, die gesundheits- und bauschädlich sein kann.
Schimmelschutzputz
Spezieller Innenputz nach DIN 18550-4 mit fungiziden Zusätzen, der das Wachstum von Schimmelpilzen auf der Oberfläche verhindert. Wird bei der Sanierung schimmelgefährdeter Bereiche eingesetzt. Ersetzt keine bauliche Ursachenbeseitigung.
Schutzleiter
Elektrischer Leiter mit grün-gelber Isolierung, der Metallgehäuse von Geräten und Anlagen mit dem Erdpotenzial verbindet. Im Fehlerfall leitet er gefährliche Spannungen sicher ab und verhindert einen elektrischen Schlag. Fehlt der Schutzleiter, ist die Anlage normwidrig und gefährlich.
Schwellenabdichtung
Abdichtung im Übergangsbereich zwischen Außentür und Boden. Verhindert das Eindringen von Wasser, Kälte und Zugluft im Bodenbereich der Tür. Muss beim Türaustausch neu hergestellt werden.
Tauwasserschimmel
Schimmelbildung an Wärmebrücken in Außenwänden, typischerweise in Raumecken. Entsteht, wenn warme Raumluft auf kalte Wandflächen trifft und die enthaltene Feuchtigkeit kondensiert. Ursache ist zu wenig Dämmung oder mangelndes Lüften, nicht Feuchtigkeit von außen.
Trocknungszeit
Zeitraum nach dem Einbau von Putz, Estrich oder Klebemörtel, in dem das Material aushärtet und Feuchtigkeit abgibt. Während der Trocknungszeit darf kein Folgegewerk aufgebracht werden. Zu frühes Belegen von Estrich führt zu Rissen und Aufwerfungen im Bodenbelag.
Verbundabdichtung
Abdichtungsverfahren im Nassbereich nach DIN 18534. Eine flüssige Abdichtung wird direkt unter die Fliesen aufgebracht und verhindert, dass Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringt. Pflicht in Duschen, Badewannenbereichen und auf dem Boden.
Vorhangfassade
Fassadensystem bei dem eine äußere Verkleidung (Holz, Klinker, Faserzement) mit hinterlüftetem Zwischenraum vor das Mauerwerk gehängt wird. Alternative zum WDVS bei Fassaden die nicht verputzt werden sollen. Ermöglicht auch nachträgliche Dämmung im Zwischenraum.
Vorsatzscheibe
Zusatzscheibe die vor ein bestehendes Fenster montiert wird um den Uw-Wert zu verbessern, ohne das Fenster komplett auszutauschen. Günstigere Alternative bei intaktem Rahmen. Uw-Verbesserung von ca. 0,5–1,0 W/(m²K) je nach System.
WDVS
Wärmedämm-Verbundsystem. Gängigste Methode zur Fassadendämmung. Dämmplatten (meist EPS oder Mineralwolle) werden auf das Mauerwerk geklebt und gedübelt, anschließend armiert und verputzt. Verbessert den U-Wert der Außenwand deutlich und wird mit 15 % staatlicher Förderung (BAFA, BEG EM) unterstützt.
XPS-Platten (Extrudierter Polystyrolschaum)
Druckfester, feuchtebeständiger Dämmstoff aus extrudiertem Polystyrol. Besonders geeignet für die Perimeterdämmung im Erdreich, da er Feuchtigkeit und hohem Druck standhält. Typische Wärmeleitfähigkeit: WLG 030–035.
Ziegel
Traditionelles Baumaterial aus gebranntem Ton, meist für Dächer oder Wände verwendet.
Zirkulationspumpe
Pumpe im Warmwassersystem die das Wasser permanent im Kreislauf hält, damit an jedem Zapfhahn sofort warmes Wasser verfügbar ist. Spart Wartezeit und Wasserverschwendung. Sollte gedämmt und zeitgesteuert betrieben werden.
Zwischensparrendämmung
Dämmmethode bei der das Dämmmaterial zwischen die Dachsparren eingebracht wird. Geeignet wenn das Dach erhalten bleibt und das Dachgeschoss bewohnt ist. Da die Sparrenhöhe die Dämmstärke begrenzt, wird oft eine zusätzliche Untersparrendämmung ergänzt um den geforderten U-Wert zu erreichen.
